Senioren sicher unterwegs - Nachbericht zur Schulung im Mai und August 2011

Immer häufiger benutzen Senioren Bus und Bahn, um ihr Ziel zu erreichen, gleichzeitig ist eine Zunahme von Aggressionsdelikten im öffentlichen Personennahverkehr zu verzeichnen. Daher führten der TSV Weilimdorf 1948 e.V. gemeinsam mit dem Haus der Begegnung eine Schulung zum Thema „Sicherheit für Senioren als Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln“ in Kooperation mit SSB und Polizei durch.

Der theoretische Teil fand am 4. Mai 2011 im Haus der Begegnung statt, wo Herr Roland Barth vom Polizeipräsidium Stuttgart mit einer Präsentation anschaulich zeigte, wie Personen der Altersgruppe 50 plus komplexe Gefahrensituationen am besten bewältigen. Er erklärte die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen in den Verkehrsmitteln und Haltestellen, die vielen Bürgern überhaupt nicht bekannt sind. Der Notmelder und der Fahrerruf wurden detailliert erklärt, mit denen Fahrgäste mit dem Fahrpersonal sprechen können, um Hilfe für Menschen in Not zu erhalten oder Straftaten zu vermeiden.

Am 9. August 2011 fuhr eine Gruppe von 24 Teilnehmern von Giebel ins SSB-Depot, wo zwei SSB-Mitarbeiter und Herr Roland Barth den praktischen Teil der Schulung in einem geparkten Bus und einer stehenden Stadtbahn abhielten. Zwei Stunden lang drehte sich alles um die sichere Fahrt mit Bus und Bahn. Die Senioren erhielten wichtige Verhaltenstipps (z.B. in die Nähe des Fahrpersonals setzen, sich nicht selbst gefährden, Personen aktiv und direkt zu Hilfe auffordern) und lernten die Sicherheitsvorkehrungen (Lichtschranke, Notmelder, Notbremse, Notausstieg, Feuerlöscher, Fahrerruf, Taxiruf, Aufzeichnungen durch Videokameras, kontrollierter Einstieg vorne beim Fahrer) kennen. Die Teilnehmer durften den Umgang mit dem Fahrerruf und der Lichtschranke praktisch üben. Sie erhielten die Empfehlung, möglichst rasch die Fahrer zu informieren, um eine kritische Situation (beispielsweise Vandalismus, alkoholisierte Täter) zu entschärfen. Die SSB-Mitarbeiter gingen auch auf gesundheitlich beeinträchtigte Fahrgäste (mit Rollator oder Rollstuhl, mit Geh- oder Sehbehinderung) ein.

Die Fahrkosten für die Senioren wurden aus dem Projekt „Gesund in Giebel – auch im Alter“ der Sozialen Stadt Giebel übernommen. Sie beherrschen nun, wie sie in Gefahrensituationen Hilfe für sich und andere Bürger rufen können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Die Schulung verbesserte ihre Mobilität mittels Bus und Bahn.

Bericht von Kathrin Berger (TSV Weilimdorf 1948 e.V.)